Interview mit dem Magazin für Katzenthemen „Haustiger“ – Was macht eigentlich eine Tierhaarschmuckdesignerin?
Datum:
September 2018
Quelle:
Haustiger.info – Magazin für Katzenthemen
In diesem Interview für das Magazin Haustiger spreche ich über meinen ungewöhnlichen Beruf als Tierhaarschmuckdesignerin, meinen Weg dorthin und die Geschichten, die mich geprägt haben. Das Gespräch zeigt, wie aus einem persönlichen Schicksal ein kreativer Beruf wurde – und warum Erinnerungsstücke aus Tierhaar für viele Menschen so wertvoll sind.
⭐ Hinweis zur Veröffentlichung
Dieses Interview wurde ursprünglich auf Haustiger.info veröffentlicht und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung sowie Verlinkung zur Redaktion. Der vollständige Text stammt aus dem Originalinterview, das im Rahmen der Reihe „Tierische Berufe“ erschienen ist.
Interview: Was macht eigentlich eine Tierhaarschmuckdesignerin?
von Hexe – Haustiger.info
Hexe: Hallo Sonja, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, uns einige Fragen zu deinem Beruf zu beantworten. Stellst du uns kurz deinen Beruf Tierhaarschmuckdesignerin vor?
Sonja: Hallo, mein Name ist Sonja Pilz. Als Tierhaarschmuckdesignerin stelle ich Schmuckstücke aus Tierhaar her zur Erinnerung an ein geliebtes Tier und entwerfe stets neue Schmuckstücke in Gestaltung und Verarbeitung. Ein Schmuckstück mit den Haaren eines geliebten Tieres gibt zum einen die Möglichkeit, etwas von seinem Tier stets dabei zu haben und zum anderen eine Erinnerung an sein Tier zu bewahren.
Hexe: Wie müssen wir uns denn „einen Tag im Leben einer Tierhaarschmuckdesignerin“ vorstellen?
Sonja: Neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit bin ich täglich zwischen 3 und 4 Stunden mit meinem Kleinunternehmen beschäftigt – mit der Fertigung von Schmuckstücken, Buchführung, Materialeinkauf und viel Kundenkommunikation. Wenn es ruhiger ist, entwerfe ich neue Modelle und experimentiere mit Materialien. Durch unsere vielen Tiere im Familienkreis habe ich reichlich Material für kreative Ideen.
Hexe: Wie bist du zu diesem Beruf gekommen?
Sonja: Nach einem schweren Sturz konnte ich nicht mehr als Hundetrainerin arbeiten und musste sogar meinen geliebten Labrador Sam abgeben. Das war sehr schwer. Doch genau dieser Verlust brachte mich auf die Idee, seine Haare als Erinnerung aufzubewahren. Die Idee kam im Freundeskreis so gut an, dass bald erste Aufträge folgten. Ich besuchte Workshops zur Schmuckherstellung und wurde zur Quereinsteigerin, die ihr Hobby zum Beruf machte.
Hexe: Wer sind deine typischen Kunden?
Sonja: Etwa 60 % meiner Kunden möchten ein Erinnerungsstück nach dem Tod ihres Tieres. Viele Menschen merken erst dann, wie groß die Lücke ist. Ich erinnere mich an eine Kundin, deren Hund plötzlich verstarb – sie sammelte die letzten Haare von der Schlafdecke. Es war mühsam, die Haare zu sortieren, aber am Ende entstand ein schönes Schmuckstück. Ich empfehle jedem Tierhalter, zu Lebzeiten ein paar Haare aufzubewahren.
Hexe: Wie läuft eine Bestellung bei dir ab?
Sonja: Bitte keine Löcher ins Fell schneiden. Die meisten Kunden suchen sich ein Schmuckstück auf meiner Homepage aus oder bringen eigene Ideen mit. Für gefilzte Arbeiten brauche ich ausgekämmtes Haar, für Schmuck hinter Glas eignet sich Deckhaar. Die Haare werden mir zugeschickt, und die Fertigung dauert meist 3–5 Tage.
Hexe: Und die Kosten?
Sonja: Die Preise richten sich nach Arbeitsaufwand und Material. Ich arbeite am liebsten mit Edelstahl, weil es langlebiger ist. Der Mehrpreis liegt bei 8–10 Euro. Mir ist wichtig, dass die Schmuckstücke bezahlbar bleiben. Mein größter Lohn ist die Dankbarkeit der Kunden.
Hexe: Vielen Dank für das Gespräch!
Wenn du mehr über meine Arbeit erfahren möchtest, findest du weitere Informationen auf meiner Homepage sowie Beispiele meiner Schmuckstücke.
